26, rue des poiriers

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#winery

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Um ehrlich zu sein hatte ich mir Rebenroden anders vorgestellt.

Nämlich so: Da kommt eine Maschine und zieht die Rebstöcke raus und hinterher folgt ein entspannter Spaziergang durch das Rebstückle und Aufsammeln der nun herausgezogenen Rebstücke. Tja, wie immer…weit gefehlt. Expection Management nennt man das in der Projekt Management Sprache und ich darf sagen, da habe ich bei mir selber versagt.

Stattdessen erwartete uns ein Feld des Grauens. Als wären 10 Traktoren über das Feld gefahren, mit schweren Reifenspuren. Warum? – Naja. Weil ich halt auch für die Böschungspflege (60 Meter lang, 5 – 6 Meter hoch) Unterstützung angefragt hatte. Also sind in der Woche gleich zwei große Maschinen auf dem Feld unterwegs gewesen, was seine Spuren hinterlassen hatte.

Nichts desto trotz waren wir guten Mutes, die bereits aus der Erde schauenden Rebstöcke zusammen sammeln zu können und sie zu verbrennen. Richtig. Verbrennen. Wer sich an den 18.2.18 erinnern kann, dem wird vielleicht einfallen, dass es in der Woche zuvor nebst Schnee auch ordentlich geregnet hatte.

Und so kam es, dass wir mit unserem Breitflächenbrenner (tolles Wort!) und einem Kanister Benzin in den Reben standen und verzweifelt versuchten, ein Feuer an zu bekommen.

Zwischenzeitlich sammelten wir fleißig die Rebstöcke ein, was bei einem überwiegend aus Lehm und Löss bestehenden Boden, der nass ist, nur mäßig Spaß macht. In Gummistiefeln wateten wir durch die Erde, die sich immer mehr an unsere Stiefel schmiegte und ein Gewicht von gefühlten 20 kg pro Fuß ausmachte.

Dazu noch die Unebenheiten des Terrains und das doch sperrige Pflanzgut waren eine Tortur. Wegen einer Pflanze läuft man nicht, aber bei Zweien an der Hand wird es auch schon schwierig.

Die Wurzeln ragen wie Pinsel in alle Richtungen und sorgen dafür, dass man auch ja überall Farbe, also Erde, abbekommt. Ich hätte mich ebenso auch auf den Boden schmeißen können und wie ein kleines Schweinchen in dem Matsch suhlen können, es wäre in etwas das gleiche Ergebnis des Schmutzgrades dabei rausgekommen.

Weder Olivier noch ich sind richtige Pyromanen, so dass wir am Ende des Tages aufgeben mussten und stattdessen die Rebstöcke an die Seite legten, so dass zumindest auf dem Feld weitergearbeitet werden kann.

Am Ende waren wir froh, die größere der beiden Terrassen abgeräumt zu haben und sagten uns frohen Mutes: „Die Oben wird ein Kinderspiel! Die machen wir nächstes Wochenende!“ Das sollte sich jedoch als ein Irrtum rausstellen…

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